Im Laufe der vielfältigen osteopathischen Behandlungen der letzten Jahre habe ich immer häufiger festgestellt, dass der Körper oftmals Symptome entwickelt, deren eigentliche Ursachen nicht nur im strukturell-körperlichen, sondern auch im psycho-emotionalen Bereich zu finden sind. Manchmal bedeutet dies, dass ich während meiner Arbeit merke, dass der Körper sich so verschlossen und zurückgezogen hat, dass er sich nicht berühren lassen möchte oder jede Intervention unbewusst abwehrt.

Was heißt das konkret?

Haben z.B. Operationen, Narkosen, Unfälle, Verletzungen oder andere invasive Erlebnisse in Ihrem Leben stattgefunden, reagiert der Körper immer mit dem selben Muster; er fährt das sympathische Nervensystem hoch, um adäquat in der jeweiligen Situation reagieren zu können (Flucht oder Kampf).

Diese körperliche Reflexreaktion ist jedoch häufig nicht möglich, da der Mensch überwältigt wird oder keine Chance hat zu reagieren, wie z.B. in einer Narkose, bei einem Übergriff oder einem Unfall.

Für den Körper heißt dies, dass er erstarrt und die aufgebaute Energie nicht abreagieren kann durch eine Kampf- oder Fluchthandlung. Diese Erstarrung kann dazu führen, dass man den eigenen Körper nicht mehr wirklich fühlen kann und keinen emotionalen Zugang mehr zu diesem hat. Der Körper hat „dicht“ gemacht, um alle Funktionen irgendwie aufrecht zu halten und die Psyche vor den innewohnenden Emotionen zu schützen.

In der Folge bedeutet dies, dass das Nervensystem in einer hohen Spannung steckenbleibt und in der Zukunft dieses hohe Energieniveau managen muss. Psychisch kann das heißen, dass man Ängste entwickelt, sich schlecht entspannen kann und deshalb viel arbeitet oder immer etwas tut, Schlafstörungen, Reizbarkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten können sich entwickeln.

Auf physiologischer Ebene versucht der Körper die Spannung zu kompensieren und so gut wie möglich alle Körperfunktionen aufrecht zu halten, trotz der im Gewebe und im Nervensystem gespeicherten Schockenergie.

In vielen Fällen schafft es unser Körper und unsere Psyche, sich zu erholen oder die Symptome über vorhandene Ressourcen abzupuffern.

 

In manchen Fällen überfordert dies jedoch auf Dauer unseren Körper (und unsere Psyche) und es entwickeln sich Schmerzsymptome, die oftmals nicht einem bestimmten Ereignis zugeordnet werden können oder so diffus sind, dass sie uns und oft auch den Ärzten Rätsel aufgeben.